Röslers Kopfpauschale - harte Schale, sozialer Kern?

Submitted by admin on 26.02.2010 - 09:48

Ich war bisher ja ein Gegener der von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler vorgeschlagenen Gesundheitsreform - bzw. der Vorgeschlagenen Reform des Beitragssystems der Krankenkassen. Wie viele andere auch war ich 'pauschal' der Meinung, die von Rösler vorgeschlagene sogenannte 'Kopfpauschale' sei schlicht und einfach unfaßbar unsozial. Das leuchtet ja auf den ersten Blick auch ein: wenn plötzlich der Vorstandsvorsitzende und die Putzfrau denselben Beitrag zahlen sollen, dass muß das doch unsozial sein.

Bei näherem Hinsehen erscheinen mir Röslers Vorschläge dann aber auf einmal doch nicht mehr so sozial unverträglich, wie zunächst angenommen. Mehr noch: die 'Kopfpauschale' scheint der von mir favorisierten Lösung, einer staatlichen aus Steuern finanzierten Versicherung alle, ziemlich nahe zu kommen.

Was will Rösler mit seiner Kopfpauschale wirklich? Beim Verständnis über die Hintergründe und Zusammenhänge half mir ein Beitrag auf Spiegel Online - der Link ist am Ende dieses Eintrags zu finden... Hier will ich nur kurz darstellen, welche Schlüsse ich ziehe:
Aus den pauschalen Kopfbeiträgen allein kann das Gesundheitssystem natürlich nicht finanziert werden. Wer das meint, liegt falsch. Außerdem wäre eine solche Finanzierung wahrhaft unsozial. Stattdessen sieht Röslers Vorschlag vor, das nötige Kleingeld über die Einkommensteuer aufzubringen. Und dies wäre bei näherer Betrachtung sogar sozial ausgewogener, fairer und gerechter als das aktuelle Modell, das mit seiner Beitragsobergrenze ja gerade verhindert, daß Spitzenverdiener auch Spitzenbeiträge zahlen. Im Prinzip erinnert die von Rösler vorgeschlagene Kopfpauschale also eigentlich schon fast an das 'Skandinavische Modell' - bei dem das Gesundheitswesen ebenfalls vorwiegend aus Steuern finanziert wird. Beim Skandinavischen Modell werden über eine solche staatliche Finazierung allerdings auch Einnahmen aus den für unsere Verhältnisse zum Teil sehr hohen Tabak- und Alkoholsteuern mit einbezogen, was ich für sehr vorbildlich halte und was meiner Meinung nach einen noch weiteren sehr reizvollen Aspekt in die Deutsche Diskussion über die Finanzierung des Gesundheitssystems bringen könnte...

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hier der Link zu "Kommentar zur Kopfpauschale - Gerecht, gescheit, gesund":
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,679983,00.html


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