Erst hieß es, gesetzlich Krankenversicherte müssten keine Zusatzbeiträge befürchten. Schnell war klar, daß hinter dieser Entwarnung eigentlich eine Warnung steckte - die Unterfinanzierung des Gesundheitsfonds war längst absehbar. Eigentlich hätte es heißen müssen "gesetzlich Krankenversicherte müssen zum 01.Januar 2010 keine Zusatzbeiträge befürchten" - was soviel bedeutet wie "gesetzlich Krankenversicherte müssen nach dem 01.Januar 2010 Zusatzbeiträge befürchten". Diese Formulierung scheint nun auch zur offiziellen Linie zu werden - die Unterfinanzierung scheint 'akzeptiert', nun kann über die Höhe der Zusatzbeiträge diskutiert werden. Das war irgendwie wieder einmal absehbar.
Der Berliner Tagesspiegel geht in seiner heutigen Ausgabe noch einen Schritt weiter und stellt die These auf, der Gesundheitsfond sei bewußt unterfinanziert - eine Beitragserhöhung also beabsichtigt. Mit diesem Manöver sollen gesetzlich Krankenversicherte in die vermeintlich günstigen Privaten Krankenkassen getrieben werden. Eine bedenkliche Entwicklung, die sich aber zur Zeit auch in anderen Bereichen wie z.B. dem Schulwesen oder den Renten beobachten läßt. Den Bürgern wird erzählt, man könne sich das Sozialsystem nicht mehr leisten, und man sollte doch bitte privat vorsorgen. Fatal, da dies die finanzielle Situation der Gesetzlichen Krankenkassen nur verschlimmern würde.
Hier der Link zum Artikel im Tagesspiegel:
http://tagesspiegel.de/meinung/kommentare/Zusatzbeitraege-Krankenkassen-...